Bezirkslandfrauen Wiesbaden, Rheingau und Main-Taunus

Landfrauen

Geburtstagsfeier des Bezirksvereins - 70 Jahre Landfrauenarbeit

vom 20.08.2018
Knapp 300 Frauen auf dem Fest

Am 8. August 2018 feierte der Bezirksverein mit rund 270 Landfrauen und zahlreichen Ehrengästen im Biebricher Schloss seinen 70. Geburtstag. Es war eine gelungene Veranstaltung, bei der langjährig und aktuell Aktive gemeinsam im Gespräch waren und einen schönen Nachmittag bei Sektempfang, Buffet und mit musikalischer Begleitung verbrachten.

Vorstand und Ehrengäste
Vorstand und Ehrengäste

Am 8. August 2018 hatte der Landfrauenbezirksverein Wiesbaden, Rheingau, Main-Taunus seine langjährigen oder besonders aktiven Mitglieder aus den achtzehn Ortsvereinen ins Biebricher Schloss zu einer kleinen Feier des 70-jährigen Bestehens im Jahr 2018 eingeladen. Hinzu kamen Ehrengäste: Am wichtigsten waren viele ehemalige Vorstandsmitglieder im Bezirksvorstand. Hinzu kamen der Wiesbadener Oberbürgermeister, der Landrat des Main-Taunus-Kreises und der Vertreter des Landrats vom Rheingau-Taunus-Kreis. Außerdem waren die Stadtverordnetenvorsteherin aus Wiesbaden, die Landesvorsitzende der Landfrauen und die Ehrenvorsitzende des Bezirksvereins anwesend.

Erwartungsvolle Gäste
Erwartungsvolle Gäste

Die Ehrengäste betonten in ihren Grußworten einvernehmlich, dass Landfrauenarbeit keineswegs antiquiert ist. Vielmehr gehe es darum, sich Gedanken über Natur und Umwelt zu machen, nachhaltig zu sein, örtlich auf dem Land verwurzelt und zugleich modern zu sein, betonte Christa Gabriel, Wiesbadens Stadtverordnetenvorsteherin. Oberbürgermeister Gerich wies darauf hin, dass es immer auch um Geselligkeit, gemeinsames Agieren und offene Gespräche bei und mit den Landfrauen gehen. Der Landrat des Main-Taunus-Kreises, Michael Cyriax, erklärte, dass es im Gegensatz zum Geburtsjahr des Bezirksvereins nicht mehr darum gehe, Menschen auch durch eigene Garten- und Feldarbeit satt zu machen: Heute geht es um ein Gemeinschaftsgefühl und ein lebenswertes Miteinander im ländlichen Raum. Eher die historische Dimension in den Fokus nahm der Stellvertreter des Landrats vom Rheingau-Taunus-Kreis, Dr. Herbert Koch. Landfrauen waren auch vor 70 Jahren diejenigen, die als eine der ersten anstehende Aufgaben erkannten und anpackten. Und noch heute erfüllen sie diese Aufgabe, helfen bei der Bewältigung des Alltags und schaffen wichtige Lebensgrundlagen im ländlichen Bereich, der immer mehr wieder als Lebensraum entdeckt werde.

Gäste im Schloss
Gäste im Schloss

Anschließend blickte die Landesvorsitzende der Landfrauen, Hildegard Schuster, auf die Zeit der Gründung und die Vielfalt der Aufgaben heute. Sie machte deutlich, dass Frauen damals begrenzte Rechte hatten und sich in der Regel nur in einem Frauenverein oder in der Kirche eigenständig einbringen durften. Dank der Hauswirtschaftsschulen, deren Lehrerinnen zur Gründung von Landfrauenvereinen rieten, aber auch dank der praktischen Hilfen (Gefrier- oder Waschgelegenheiten für das ganze Dorf etc.) erhielten Landfrauenvereine immer mehr Zulauf. Sie erkannten den Wert des selbständigen Agierens und vor allem der Bildung: Denn nur wenn man über Themen Bescheid weiß, ist ein zielgerichtetes Engagement möglich. Daher gelte es auch in der heutigen Zeit, die Landfrauenarbeit fortzusetzen - so auch in unserem Bezirksverein, der als einer der ersten in Hessen gegründet wurde. Schließlich beendete die Ehrenvorsitzende Helga Dreßler mit einem kurzen Rückblick, verbunden mit besten Wünschen für die Zukunft des Bezirksvereins die Grußworte.

DreyKant bei den Landfrauen 2018
DreyKant bei den Landfrauen 2018

Die Gruppe DreyKant aus Wiesbaden-Breckenheim (www.dreykant.de) gestaltete mit ihrem "kernigem Folkmix für lustige Leute" den musikalischen Rahmen für das Geburtstagsfest. Dieses tolle Quartett unterhielt die Landfrauen mit einer Mischung aus internationalem traditionellem Liedgut und alter deutscher Musik.. Der mehrstimmige Gesang mit intensivem Spiel der unterschiedlichen Instrumente begeisterte die Landfrauen sehr.

frühere und akuelle Bezirksvorstandsmitglieder
frühere und akuelle Bezirksvorstandsmitglieder

Inge Schaab, die langjährige zweite Vorsitzende und noch immer ein äußerst erfahrenes Mitglied des aktuellen Teamvorstands, beschrieb sehr kurzweilig die Geschichte des Bezirksvereins. Sie erinnerte an die Wiesbadenerin Landwirtschaftslehrerin Margot Faust, die 1948 begann, Frauen auf dem Lande für mehr Fortschritt und Bildung zu aktivieren. Es galt Vorbehalte und Schranken zu überwinden und die Frauen für Neuerungen und Wissensvermittlung zu interessieren, ohne mit bisherigen Traditionen zu brechen. So wurden nicht nur neue Techniken wie Gemeinschaftsgefrieranlagen oder Wäschereien eingeführt, sondern auch ein hervorragendes Bildungsprogramm auf den Weg gebracht. Diesen Weg beschritten auch die anderen Vorsitzenden Christel Schaab und Helga Dreßler weiter, auch Else Kranz wirkte als Landesvorsitzende maßgeblich daran mit. Aktuell wird der Bezirksverein von einem Teamvorstand geleitet.

Biene - das Symbol der Landfrauen
Biene - das Symbol der Landfrauen

Gesellschaftpolitisch haben sich Landfrauen seither eingebracht und mit dazu beigetragen, die Lebensbedingungen und Lebensqualität für die Frauen im ländlichen Bereich erheblich zu verbessern. Wichtig war und ist dabei, die Gemeinschaft zu pflegen und aus dieser heraus Kraft für Projekte zu schöpfen. Dies zeigt sich bei vielen Einzelprojekten in den Ortsvereinen, sei es beim gemeinsamen Kochen mit Kindern, Kuchentheken an Ortsveranstaltungen, Vorträgen und Bildungsprogrammen für alle Mitglieder oder vielfältigen Hilfen in karitativen Bereichen.
Der Bezirksverein bildet für alle Ortsvereine das "Dach" und koordiniert die Arbeit. Er ist Bindeglied zwischen den Ortsvereinen und dem Landesverband und bietet darüber hinaus ein eigenes Bildungs- und Reiseprogramm. Der jährliche Bauernmarkt in Wiesbaden, der von den Landfrauen unter dem Motto" Stadt und Land feiert Erntedank" vor 30 Jahren mit entwickelt wurde, bildet einen weiteren Arbeitsschwerpunkt des Bezirksvereins. Zum einen wirken die Landfrauen bei der Organisation und Programmgestaltung mit. Zum anderen sind das Landfrauencafe mit den vielen selbstgebackenen Kuchen sowie zusätzliche Angebote einzelner Ortsvereine eine feste Institution. Der Erlös hieraus kommt sozialen Projekten in der Region zu und ist daher ein wichtiger Beitrag für die Gesellschaft.

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